
Zu allen Zeiten gab es und gibt es Krieg um Macht und Liebe, niemals werden die Wesen aller Welten ihre Gefühle so unter Kontrolle bringen, dass sie sich gegenseitig in absoluter Güte respektieren.
Vielmals nutzen gierige Wesen einen schwachen Herrscher aus, so macht es auch Lord Di Xorin, der letzte Lord der Ridi Sekte!
Wir zählen das Jahr 290 vor der großen Schlacht um die schwarze Burg, in der Yabar der Imperator einen triumphalen Sieg gegen Vestor den Tyrannen gewann, oder nach der alten Zeitrechnung, vor fast zwei Mondstrassen.
Nichts ist so wie es sich Aarahmes der vierte vorstellte, alt und schwach starb er vor zwei Jahren, sein Beinamen der Eroberer trug er mit Recht, fast die gesamten bekannten Welten hat er unter seinem Reich vereinigt.
Jede Rasse respektierte den weisen direkten Nachkommen von Aarahmes dem Gründer der Imperatoren. Sein Sohn jedoch, Kilgan der Schwächliche, ist kein Mann von großer Tat, im Gegenteil, sein Sinn steht ihm mehr nach Wein, Weib und Gesang. Doch das kommt nicht von ungefähr, er ist stetig krank und seine Muskelkraft lässt schwer zu wünschen übrig, er ist auch klein von Größe.
Aarahmes der vierte ist vielen auf die Füße gestanden, so auch 332 vor der großen Schlacht, als er von den Rassagadas um Hilfe gebeten wurde. Die Rassagadas hatten ständig untereinander Kämpfe, da die obersten Führer um die Vorherrschaft kämpften, das Volk wollte nicht länger leiden, deshalb rufte es den Imperator, den Wächter allen Rechtes, zu Hilfe. Der Imperator besiegt alle Führer der Rassagadas, danach stellte er ihr Reich unter seine direkte Herrschaft. Das gefiel den Anführern nicht, deshalb schlossen sie sich zusammen, als letzten Akt ihrer Bosheit und Arroganz verfluchten sie den Nachkommen des Imperators, zur Schwächlichkeit.
Da die Rassagadas gute Zauberer und Magier sind, fiel der Fluch über Kilgan herein, schon als er geboren wurde kränkelte er vor sich her und so ist es geblieben. Auch mit zweiundvierzig Jahren ist er krank und schwächlich, die Anführer der Rassagadas brachten sich übrigens für den Fluch selbst um, damit der Bann auch ja wirkte! Somit konnte kein anderer den Fluch brechen, selbst die mächtigsten unter den Zauberern waren und sind hilflos, denn die Seelen der Toten wachten über den Fluch!

Kilgan ist der direkte Nachkomme von Aarahmes dem Vierten, also ist er nun
Imperator, ob er verflucht ist oder nicht!
Geschwächt sitzt Kilgan auf seinem Thron, der in einer Nische des großen
Empfangsaals steht.
Viele Völker können nichts mit dem arroganten und schwachen Kilgan anfangen,
deswegen rebellieren die meisten von ihnen.
Aber die Völker rebellieren nicht nur weil Kilgan nicht weiß wie man regiert,
sondern weil sie ein Mann anstachelt gegen den Imperator zu kämpfen!
Dieser Mann heißt Lord Di Xorin, er ist jung und habgierig, selbst den Titel
Lord hat er sich durch den Mord an seinem Vater verdient, vor fünf Jahren
schnitt Xorin seinem schlafendem Vater Lord Alvarin von der Ridi Sekte einfach
die Kehle auf. Nichts belastet Xorins Gewissen, denn er hat keines!
Der neue Lord der Ridi Sekte stammt
aus der Menschenrasse der Redrukaneher, die Redrukaneher sind
allgemein ein wenig machtbesessen. Nach dem Tod seines Vater's regiert Lord Di
Xorin im Lande Redrukaa auf der Burg Taldaa, die nördlich des verhexten Waldes
der Elfen liegt.
Das Di Xorin kein Gewissen hat, ist ihm kaum anzulasten, denn sein Vater erzog
ihn im Namen der Ridi Sekte. Die Sekte betet Dämonen an und ist deshalb für ihre
Boshaftigkeit bekannt. Für die Anbetung der Dämonen opfern die Ridi immer
Menschen und andere Wesen, deshalb hat sie jeder Imperator und König verfolgen
lassen, bis nur noch ein Lord der Sekte übrig blieb, Di Xorin! Das Zeichen der
Sekte ist eine schwarze Leiter auf weißem Hintergrund.
Die Leiter symbolisiert den Weg zu den Dämonen des Bösen, jeder der stirbt wird
durch die Leiter zu den dämonischen Göttern gelangen, so meinen es zumindest die
Ridi. Dabei führt die Leiter nicht nach oben oder unten, auch nicht in
irgendeine Wagerechte, sie führt in eine Welt die nicht von hier ist!

Einst war die Burg Taldaa groß und
prächtig, doch die dauernden Kämpfe um die Macht hat ihr arg zugesetzt, sie ist
jetzt halb zerfallen! Nichts erinnert mehr an glanzvolle Zeiten, alles was Geld
bringt hat Di Xorin für Waffen und Männer hergegeben! Die Burg macht von
außen den Eindruck, als seien die Seelen der vielen Geopferten in den Stein mit
eingebettet. Der Stein verändert stetig seine Struktur, denn
die Seelen wandern im Stein und suchen den Weg zur Schattenwelt!
Die Lordregentschaft über die Redrukaneher, er hat sein eigenes Volk erobert,
reicht Xorin nicht, er will die gesamten bekannten Welten regieren, aus diesem
Grunde hat er Maldaan das Land des Imperators schon mehrmals angegriffen.
Diese Angriffe stören den Imperator Kilgan eigentlich kaum, auf seiner Burg
Trinqua die Turmreiche, die Aarahmes der Gründer der Imperatoren selbst erbaut
hat, ist er völlig sicher.

Trinqua hat sehr starke Mauern und
viele Türme die in die Luft ragen, man sagt, Aarahmes der Gründer flog von Turm
zu Turm. Weil der Imperatorgründer die Luft über alles liebte wuchsen ihm
Flügel, doch das ist eine andere Sage...
Die vielen Kriege innert zweier Jahre bluteten das Land und die viele Völker
aus, viele Krieger sind gefallen, die Armeen werden stetig kleiner, selbst die
imperialen Truppen sind stark zusammenge-schrumpft, hätten sie nicht einen
hervorragenden Anführer, hätte der Imperator wahrscheinlich gar keine Truppen
mehr. Uniformen oder Rüstungen kann sich kaum ein Krieger mehr leisten, der Sold
blieb zu lange aus, jeder kämpft mit dem was er anhat.
Aarahmes der Eroberer wusste das sein Sohn das Reich alleine nicht halten
konnte, deshalb lies er seinen besten Krieger schwören das er Kilgan beistehe,
komme was wolle.
Dieser Krieger heißt Gvis Ses, ein Dripakke, der aus einem Land kommt, das
hinter dem Gebiet der Amazonen liegt.

Durch seinen Schwur gebunden steht
Gvis Ses steht's an der Seite von Kilgan, der Dripakke ist kein Freund des
Imperator's, die vielen Ausschweifungen gefallen dem Krieger überhaupt nicht,
nichtsdestotrotz muss er seinen Schwur halten! Und schließlich weiß er auch von
dem Fluch, darum hat er ein wenig Mitleid mit Kilgan.
Viele sagen, durch die vielen Sorgen bekam Gvis den Grimmigen Blick, den er fast
zu allen Zeiten von sich gibt. Wieso sollte er auch lachen, das Land liegt in
Schutt und Asche, da gibt es nichts zum Lachen. Seine Jugend sieht man ihm kaum
mehr an, auch wenn er seine langen braunen Haare offen trägt.
Kilgan der Schwächliche weiß natürlich das Gvis Ses viel von Ehre hält und seine
Schwüre immer hält, so nützt er den Krieger vielfach aus, ohne das sich Gvis
groß wehren könnte, denn ein wahrer Krieger hält sich an sein Wort!
Immer ist der Dripakke an vorderster Front, wenn er die Truppen in die Schlacht
führt, während Kilgan sich mit Eiqon Schnaps betrinkt, der Imperator kann kaum
ein Schwert halten, dafür die Flasche um so besser.
Der Krieg hinterlässt Spuren, dunkle Zeiten legen sich über die Länder, ein
jeder hat Angst, denn der Imperator kann außerhalb seiner Burg keinen mehr
beschützen. Seine Truppen sind zu klein, als das er sich in fremde Länder wagen
könnte.
Das weiß auch Imarin, sie ist eine mächtige Maldaanerin und dazu eine im Prinzip
gute Hexe. Sie hat zwei Töchter, die jüngere von beiden kann noch nicht gut auf
sich selbst aufpassen, sie ist eine Lady, wie es im Buche steht, und genau
deswegen stattet sie dem Imperator einen Besuch ab. Die Hexe muss nach Allamun
zu den Amazonen, sie kann aber ihre junge Tochter nicht mitnehmen, und wo die
ältere Tochter ist, weiß sie im Moment nicht, die Ältere wandert stets als
Kriegerin herum!
Ungern bittet die Hexe den Imperator um etwas, denn sie will nicht groß in der
Schuld von Kilgan stehen! Dennoch bleibt ihr keine andere Wahl, sie muss Kilgan
um Schutz für ihre Tochter Sirisarin bitten.
Imarin und ihre Tochter werden vor den Thron geführt, besser gesagt, sie gehen
einfach in den Thronsaal, denn es sind kaum mehr Diener oder Krieger in der
Burg, die Gäste würdig empfangen könnten.

Vor dem Thron bleiben die zwei Frauen
stehen, sie grüßen den Imperator und Gvis Ses, der neben dem Imperator steht.
Der Herrscher kann sich kaum aufrichten, er hustet wieder Mal aus allen Lungen,
sein Fluch ist heute sehr ausgeprägt. Müde und ausgelaugt stützt sich der
Imperator auf seinem Herrscherschwert ab. Seine Glatze hat er auch nicht von
ungefähr, der Fluch machte selbst vor den Haaren des Herrschers nicht halt!
„Imarin und eure Tochter, welch Überraschung, was kann ich für euch tun?“
Die Hexe weiß nicht recht, wie könnte dieses Frack ihre Tochter beschützen, doch
da ist noch Gvis Ses, und seine tapferen Krieger, sie muss den Herrscher darum
bitten. Wenn ihrer Tochter etwas passieren würde, das könnte sie nicht
überwinden!

„Oh Imperator, ich muss nach Allamun
zu den Amazonen, meine Tochter kann ich nicht mitnehmen, deshalb bitte ich dich,
ihr Schutz zu gewähren. Ich wäre sehr dankbar darum! Trinqua ist der einzige
Ort, der noch einigermaßen sicher ist!“
Hustend hört sich der Imperator die Bitte an, selbstverständlich stimmt er zu.
„Natürlich gewähre ich deiner Tochter Schutz, eine solche Bitte von dir kann ich
kaum abschlagen. Auch schon weil wir dann einen solch bezaubernden Gast haben.“
Imarin kennt die Schmeicheleien des Imperators, deshalb will sie ihn ein wenig
warnen.
„Ich verlasse mich darauf, das ihr nichts geschieht, sonst könnte ich sehr böse
werden!“

Der Herrscher tut so, als würde er die
Worte von Imarin in seinem Husten, den er unüberhörbar von sich gibt, überhört
hat.
„Ich freue mich schon deine Tochter näher kennen zu lernen!“
Grinsend beäugt der Imperator die hübsche Frau.
Der Hexe ist zwar nicht wohl zumute, dennoch hat sie keine andere Wahl, sie muss
unbedingt nach Allamun.

„Machs gut mein Schatz!“
Damit verabschiedet sich Imarin, doch zuvor umarmt sie ihre Tochter noch einmal
und flüstert ihr einige Worte zu.
Danach bricht die Hexe auf nach Allamun, der Weg ist lang und gefährlich, doch
sie hofft ihre Macht beschütze sie.

Nun hat der Imperator ein Mündel auf
der Burg, eine junge Frau die überaus schön anzusehen ist, doch leider ist sie
die Tochter von Imarin einer sehr mächtigen maldaaner Hexe. Wie gerne würde er
sonst die junge Frau begehren, ihn hält nur die Mutter der Frau ab, denn er weiß
wie gefährlich sie werden kann. Die Hexe ist zwar gutmütig und sozial
eingestellt, wird sie aber ungerecht behandelt, oder will sich jemand an ihren
Töchtern vergreifen, kann sie zur Furie werden!
Einmal hat Imarin einen unhöfflichen Verehrer ihrer Tochter Sirisarin in einen
Frosch verwandelt, danach riss sie ihm die Schenkel ab und verspeiste sie
genüsslich. Das barbarische dabei, Imarin mochte gar keine Froschschenkel, sie
aß sie nur aus Trotz. Der Frosch hingegen überlebte die Tortour und kriecht
fortan über den Boden, der Zeit der Helden und Magier!
Jedes dritte Jahr reißt Imarin nach Allamun zu den Amazonen, die vielen
Schlachten um die Herrschaft flössen ihr Angst ein, sonst hätte sie den
Imperator nie um Hilfe gebeten. Natürlich musste Kilgan sofort zu sagen, auch
wenn er krank und schwächlich ist, ganz und gar dumm ist er nicht, mit der Macht
Imarin’s könnte er den Krieg gewinnen!
Bisher lehnte es Imarin stets ab Krieg zu führen, aber nun steht sie in der
Schuld des Imperators und Kilgan wäre nicht Kilgan, würde er das nicht
ausnützen!
Wie jeden Tag, seit einer Woche, geht der kränkelnde Imperator zu seinem Mündel
und macht ihr den Hof, die kleine Maldaanderin jedoch gibt ihm wie am Vortag und
am Vorvortag einen Korb.
Für den Imperator könnte es eigentlich nicht besser laufen, seine Frau Tali ist
noch schwächer als er selbst, darum hat er sie ja zur Frau genommen. Die ganze
Zeit passt die Imperatorin auf den gemeinsamen dreijährigen Sohn und Thronfolger
auf. Vor den Ausschweifungen ihre Mannes verschließt Tali stets die Augen, sie
malt sich eine bunte Welt aus, in der
ihr Mann treu und ehrlich ist, heimlich schwärmt sie für Gvis Ses, sie weiß aber
das er sie nie auch nur berühren würde!
In Taldaa steht kaum ein Stein auf dem anderen, Lord Di Xorin ist wütend, nach
zwei Jahren des Schlachtens, hat er noch immer nicht den Imperatoren Titel,
diesen Titel und die Macht dazu will Xorin mehr als alles andere auf der Welt.
Für diesen Titel würde er ganze Völker ausrotten, Zehntausende hat er bereits in
die Schlachten geschickt, die meisten Krieger hat er verloren, wie auch der
Imperator.
Mit einer Niederlage will sich der Lord nicht zufrieden geben, wenn seine Armee
nicht siegen kann, vielleicht bringt es dann eine List zustande?
Natürlich hört Lord Di Xorin alles was auf Trinqua passiert, seine bezahlten
Spitzel sind überall, so weiß er auch vom Mündel des Imperators.

Die zwei treusten und besten Krieger
des Lords stehen vor ihm und warten auf seine Befehle. Das Metall an der
Kleidung des Lords funkelt, doch die Krieger lassen sich kaum beeindrucken.
„Morg und Greiffen, euch habe ich auserwählt meinen Plan zu verwirklichen. Du
Morg bist zwar klein und dein Fellüberzug riecht komisch, aber deine übergroße
Axt hat dir noch jede Türe geöffnet.“
Der Lord geht zu Greiffen, er legt ihm seine Hand auf die Schulter.
„Hmm, mein edler Greiffen, wie immer fein angezogen, manchmal denke ich, du
kannst keiner Fliege etwas zu leide tun, doch du bist fast so Böse wie Morg und
Morg ist wohl das böseste was ich kenne! Ihr seid wie geschaffen für meinen
Plan!! Bringt mir das Mündel von Kilgan, dringt in Trinqua ein und holt sie mir,
dann erpresse ich dieses schwächliche karalonische Paldalon das sich Imperator
schimpft. Und wie ich ihn kenne gibt er mir lieber den Imperatoren Titel, als
sich vor Imarin zu verantworten!
Zu zweit müsstet ihr ohne Probleme in die Burg gelangen, der hat kaum noch
Männer, genau wie ich. Eine Armee siehst du von weitem aber zwei Spitzel erst
wenn es zu spät ist, pflegte mein toter Vater zu sagen. Das ist die Weisheit der
Ridi! Möge alles Dunkle mit euch sein!“
Nun legt Di Xorin auch noch seine Hand auf Morgs Schultern.

Morg grunzt ein wenig, was bei ihm
soviel wie „ja“ heißt, Greiffen hingegen nickt nur lässig mit dem Kopf, dabei
streichelt er seinen beiden Schwertern zärtlich über die Griffe.
Prüfend blickt der Lord seine Untergebenen nochmals an.
„Vergesst ja nicht, ich brauche das Mündel lebend und unversehrt, sonst
verflucht Imarin mich statt dem Imperator!“

Lachend blickt Di Xorin den beiden zu,
wie sie aus dem Raum gehen, Hände reibend malt sich der Lord schon seinen
grandiosen Sieg aus.
Die beiden Krieger überhören die letzten Worte des Ridi Lord's, sie wollen so
schnell wie möglich ihren Auftrag erledigen, so rasch sie können laufen sie nach
Maldaan!
Morg und Greiffen würden natürlich lieber ein Reittier benützen, doch sämtliche
verfügbare Reittiere sind in den vielen Schlachten gefallen, darum müssen sie
nun zu Fuß gehen.

Gvis Ses Truppen ging es übrigens
nicht besser, sie besitzen auch keine Reittiere mehr und die Kassen beider
Kontrahenten sind leer, keiner kann sich auch nur den kleinsten Luxus gönnen,
und Reittiere sind nun mal Luxus!
So sind auch viele Burgen und Feste unterbesetzt, kein König, kein Fürst oder
Heerführer hat noch genügend Geld um sich viel Ausrüstung oder Männer zu
leisten.
Die Massenschlachten um die Macht hat jeden verarmen lassen, ob er mal reich war
oder immer arm, fast alle müssen unten durch!
Die Armut stört Lord Di Xorin nicht, wenn es sein muss, will er auch ein armes
Land regieren, es sind noch genügend unbekannte Länder da, die erobert werden
können!
Die zwei bösen Krieger des Lords erreichen ziemlich schnell die Burg Trinqua,
die Krieger sind gut zu Fuß, schließlich konnten sie bis anhin überreichlich
Menschen abschlachten trainieren.
Wie alle Burgen weißt auch Trinqua erhebliche Schäden auf, in den Mauern klaffen
Löcher, Dächer sind zur Hälfte verbrannt, ein, zwei Türme sind eingestürzt und
das Eingangstor würde provisorisch repariert, indem man ein Holztor montierte,
früher konnten die Wachen das Tor von oben herab lassen, doch das ist verbrannt
und hing schief nach unten herab.

Greiffen will schon seine zwei
Schwerter zücken und etwelche Wachen erledigen, aber es sind keine Wachen da!
Die Truppen des Imperators sind zu klein, und dann müssen sie noch überall die
Grenzen beschützen, somit hat Gvis Ses kaum Männer die Wache schieben. Und
dadurch müssen die wenigen Männer auch überlang Wache schieben, das hat zur
Folge, dass die Wachen immer sehr müde sind und meistens schlafen.

Deshalb laufen Morg und Greiffen
einfach in die feindliche Burg, keiner stört sie, niemand hält sie auf. Selbst
die Dienerschaft ist auf einen Mindestbestand von ein paar Dienern geschrumpft,
die irgendwo in der Burg ihre Arbeit verrichten.
Trinqua ist so groß, das man sich tageweise aus dem Weg gehen kann, also fällt
niemandem – wirklich gar niemandem auf das zwei feindliche Krieger in der Burg
ihr teuflisches Werk vollbringen.

Die zwei Krieger Xorins gehen zu den Schlafgemächer der feineren Gesellschaft, dort ist es ein leichtes das Zimmer von Sirisarin zu finden.


Wild und barbarisch schlägt Morg die
Türe mit seiner Axt auf, sogleich zerspringt das Holz der Türe in zwei sauber
getrennte Stücke, die krachend zu Boden fallen.



Schreiend flüchtet sich das Mündel des
Imperators an die Wand, doch die Krieger packen sie hart an den Armen und zehren
sie mit sich.
Sirisarin hat keine Wahl, sie muss mit den zwei bösen Gestalten mitgehen, sonst
könnte ihr Schlimmes geschehen, ihre Angst steht ihr buchstäblich ins Gesicht
geschrieben!

All das Schreien, Hämmern und Poltern
hat niemand auf der Burg gehört, wieder stolzieren die zwei Schergen Xorins
freimütig durch die Burg.
Morg möchte am liebsten alles zu Kleinholz verarbeiten.
„Warum begnügen wir uns mit der Frau, wenn wir die Burg haben könnten?!“
Greiffen lächelt nur.
„Weil auch wir zu wenig Leute haben, um die Burg zu verteidigen, uns geht es
nicht besser wie denen...und
überhaupt, wie sollen wir zwei alle Krieger in dieser Burg besiegen? Hä? Nur
weil wir nicht entdeckt werden, heißt das noch lange nicht, das unsere Armee
nicht entdeckt werden würde! Du bist und bleibst ein Barbar, ohne Intelligenz!“
Zähne knirschend fügt sich Morg, er hat es zwar nicht gerne wenn Greiffen mit
ihm so redet, doch er weiß wie gut Greiffen im Kampf ist, vielleicht könnte er
ihn besiegen, aber auf jeden Fall würde er sich mehr als ein blaues Auge holen!
Darum bleibt er ausnahmsweise still, er sagt auch nichts, weil Morg Greiffen als
so etwas wie ein Freund sieht!



Mühelos wandern die zwei Krieger des Bösen in ihr
Reich zurück, ohne das sie irgendwie Probleme gehabt hätten, außer vielleicht,
das Greiffen seinen Gefährten nur mit Mühe von der Frau fernhalten kann.
Am liebsten hätte Morg sie auf eine langsame Art umgebracht und dann mit den
abgetrennten Stücken gespielt.






Im Nahen Wald von Taldaa kann sich Morg kaum noch halten, er stößt Sirisarin auf den Boden, lässt seine überdimensionale Axt fallen und zieht sein Messer. Schon will er sich auf die hübsche Frau stürzen, mit der Hand greift er nach ihrem Hals, mit der anderen will er sie erstechen, doch wieder einmal hält ihn Greiffen ab.






Böse blickt der Barbar zu Greiffen, bedrohlich hält
er ihm das Messer vor die Nase, wütend halten sich die zwei Ridi Krieger fest,
keiner will es eskalieren lassen, mit einem Messer kann er Greiffen sowieso
nicht imponieren, der blickt nur böse zurück.
Greiffen schüttelt bedächtig den Kopf.
„Bist du eigentlich von allen bösen Dämonen verlassen? Wir brauchen sie lebend!
Also mach deine Hose zu und beherrsch dich!!“
Mit einem irren Blick mustert der Barbar seinen „Freund“.
„Lass sie mich nur ein klein wenig aufschlitzen und mein bestes Stück zeigen,
sie macht mich an, ich kann mich kaum halten, lass sie mich verwöhnen auf meine
Art, Xorin muss es ja nicht erfahren!“


Der bös, „edle“ Greiffen hilft der jungen Frau auf
die Beine.
„Für wie blöd hältst du den Lord, meinst du er merkt nicht wenn sie tot und
missbraucht ist? Ehrlich gesagt würde ich mich auch gerne mit ihr vergnügen, sie
hat eine so weiche Haut, aber siehst du, ich kann mich beherrschen!“

Eingeschnappt dreht Morg den beiden seinen Rücken
zu, er versucht sich ein wenig zu beherrschen, was ihm äusserst schwer fällt!
Freundlich streichelt Greiffen der edlen Dame fein über die Hand, sie lässt es
angewidert geschehen.


Manchmal denkt selbst Lord Xorin von der Ridi Sekte, Morg sei der Teufel in Menschengestalt, oder zumindest ein überdurchschnittlich böser Dämon.


Stunden vergehen bis ein Diener, in Trinqua, die aufgebrochene Türe zur Kammer von Sirisarin bemerkt, sofort begibt sich der Diener zu Kilgan, besorgt ruft dieser nach Gvis Ses.

Doch wie ein Traumbild erscheint Imarin die Hexe
und Mutter von Sirisarin schwebend über dem Imperator, sie hat mit dem zweiten
Gesicht gesehen was mit ihrer Tochter geschah.
„Imperator -- ich gab dir meine Tochter zum Mündel, damit sie sicher ist, was
muss ich sehen? Dein Feind entführt sie vor deinen Augen, mein Kummer könnte
nicht größer sein! Bringe sie zurück, sonst wirst du alleine vor deinen ganzen
Feinden stehen! Dann nehme ich dir deinen Sohn Raldar, und deine Krieger werden
zu Staub zerfallen, damit jeder zu dir vordringen kann! Bringe sie zurück, meine
über alles geliebte Tochter! Wie konnte ich so naiv sein und dir vertrauen, du
Schwächling, du Itkamp Cust Allas – bringe sie mir wieder, oder mein Fluch wird
dich treffen!!!“
In der Hand hält sie eine Drachensanduhr, sie soll seine verbleibende Zeit
anzeigen!

Ängstlich geht der Imperator Kilgan auf die Knie.
„Ich werde sie finden, das schwöre ich dir, bitte lass ab von deinen Fluch, Gvis
Ses wird sie zurück bringen. Du hast mein Wort darauf, bitte, ich flehe um
Gnade, lass meinen Sohn nicht an meiner Schande teilhaben, so flehe ich dich
an!“
„Deinen Sohn werde ich, anstatt meiner Tochter nehmen, und deine Krieger werden
nicht mehr sein, das schwöre ich dir, wenn du mir Sirisarin nicht wieder gibst.
Einem wie Xorin kann ich die Entführung nicht einmal verübeln, er ist Böse, aber
du gabst mir dein Wort, steh dazu und bringe mir meine liebliche Tochter zurück!
Wenn ihr auch nur das Geringste geschieht, tritt der Fluch augenblicklich ein!
Sei also auf der Hut, und spute dich, sonst werden dich deine Feinde überrennen
und was dein wird dann mein!“


Das Bild der Hexe verschwindet wieder, Angstschweiß
rinnt Kilgan über das ganze Gesicht, sein Körper zittert, niemals zuvor fühlte
er sich so klein.
Da erscheint Gvis Ses vor dem wieder auf dem Thron sitzenden Imperator.
„Du hast gerufen?“

Langsam steht Kilgan der Schwächliche auf,
stotternd stützt er sich bei Gvis Ses ab.
„J..ja, ja habe ich, hast du die schlimme Kunde gehört?“
Ohne groß Gefühle zu zeigen, nickt Gvis Ses.
„Sirisarin wurde entführt! Ich sagte dir schon lange, du sollst nicht soviel für
deinen Luxus ausgeben, sondern mehr in die Truppen investieren. Wenn du nur
einmal in der Woche ein Gelage mit dem Adel abhalten würdest, statt täglich,
könnten wir zwanzig Mal mehr Krieger in den Dienst stellen als Xorin und wir
könnten wieder Reittiere zulegen. Doch nein, alles Gold, das dein Vater Aarahmes
hortete, geht für deine Verschwendungssucht drauf...“
Nervös läuft der Imperator im Kreis um Gvis Ses, denn ohne die Stütze des
Kriegers könnte der Imperator kaum gehen.
„Ich weiß, du hast mir so viele Male eine Standpauke gehalten, und ich versprach
dir Besserung, doch ich bin schwach und krank! Wer kann es mir verübeln, wenn
ich in meinem kurzen Leben ein wenig Spaß habe? Wer? Mein Vater? Der ist Tot!
Und überhaupt, durch seine Last bin ich verflucht worden, also lass mir doch
meine kleine Freuden. Aber jetzt zu etwas anderem, nimm alle verbliebenen
Krieger und greife Xorin an, bring mir Sirisarin zurück, so schnell wie möglich.
Imarin kam als Geist zu mir, sie verlangte es, und wenn sie nicht bekommt was
sie will, verflucht sie uns alle! Ich weiß ich lebe nicht lange, aber so kurz
möchte ich nun auch wieder nicht leben, bitte bring sie zurück, nimm jeden Mann,
nur bring sie zurück, sonst sind wir alle tot!!“
Gvis Ses schüttelt den Kopf.
„Ich schwor deinem Vater die Treue, aber jetzt befiehlst du wirklich Unsinn,
wenn ich alle verbliebenen Krieger in die Schlacht führe könntest du alles
verlieren! Es ist dann keiner mehr da, der die Burg schützen könnte, und wenn
wir in dieser Schlacht sterben, ist das ganze Imperium tot!“

Der Imperator schluckt tief, sein langer Umhang
liegt auf dem Boden auf, er faltet die Hände und blickt treuherzig zu Gvis Ses.
„Glaube mir, das spielt keine Rolle mehr, wenn wir Sirisarin nicht zurück
bekommen, ist das Reich sowieso verloren...“



Der tapfere Gvis Ses rückt sein Schwert auf dem
Rücken zurecht.
„Ist dir das der wenige Spaß wert? Dein Vater würde sich im Grab umdrehen,
wüsste er was du verbrichst!“
Kilgan weiß Gvis muss seinen Schwur, den er seinem Vater gab, einhalten.
„Kein Widerreden hole sie mir, oder muss ich dich an deinen Schwur an meinen
Vater Aarahmes den vierten erinnern? Ich weiß mein Vater wünschte sich einen
Sohn wie dich, doch er bekam mich und dazu diesen verdammten Fluch! Du wirst sie
mir doch zurückholen ja?“
Der Blick des Kriegers wirkt leer, er möchte diesem Imperator nicht dienen, doch
sein Schwur zwingt ihn dazu!
„Nein du musst mich nicht an meinen Schwur erinnern, ich kenne meine Pflicht,
kannst du das von dir auch behaupten? Und auch wenn Aarahmes der Vierte mich als
Sohn wollte, er war Stolz auf dich, sonst hätte er mich nicht diesen Schwur
schwören lassen, dich zu beschützen.
Seine Liebe galt dir, ich bekam höchstens ein wenig von seiner Bewunderung...Sei
also nicht immer so von Selbstmitleid durchzogen, dein Vater war ein guter
Mann!“
Ohne Mitleid zeigt der Imperator zur Türe, er will das Gvis Sirisarin
zurückholt, auch wenn dabei das ganze Reich zerfällt.


Verärgert geht der Krieger des Imperators zu seinen Mannen, der Imperator hat ihm nichts genaues von dem Fluch gesagt, sonst würden alle imperialen Krieger den Dienst verlassen, das weiß Kilgan genau, und wahrheitsliebend wie Gvis nun mal ist, würde er seinen Männern vom Fluch erzählen! Da der Fluch nur die Krieger des Imperators treffen würde, ist es fast wahrscheinlich das alle fliehen würden! Das kann Kilgan nicht riskieren!



Mit dem kärglichen Rest seiner Truppen läuft Gvis
Ses, an der Spitze, durch das gebogene Tor der Burg Trinquaa. Auch wenn es nur
noch wenige Krieger sind, sie geben doch ein grandioses Schauspiel ab.
In der Burg bleiben nicht viele Krieger zurück, höchstens ein oder zwei Mann,
schließlich braucht der Dripakke Gvis jeden Mann, um Xorin schlagen zu können.
Die Burg von Lord Xorin, Taldaa, liegt in einem lichten Wald, dazu liegt der
Wald noch erhöht, was den Angriff auf die Burg erheblich erschwert.
Der Dripakke Gvis Ses will aber einen Vorteil nützen, den, das Morg nie abwarten
kann, und Morg führt zusammen mit Greiffen die Armee des Lords.
Morg liegt das Kämpfen einfach im Blut, man könnte meinen er sei ein Gismiiis,
der nur an eines denkt -- ans töten und verstümmeln.

Vielleicht ist Morg nur so böse weil er klein
gewachsen ist, und mit der Bosheit sich besser durchsetzen kann, doch niemanden
interessiert sich eigentlich dafür! Jeder weiß mit Morg ist nicht zu spaßen,
denn sein Spaß liegt am Zerstückeln und Missbrauchen!
Sogleich als Morg Sirisarin bei Xorin abliefert, will er schon wieder
verschwinden, doch der Lord hält ihn auf.
„Wohin so schnell Morg?“
„Wie meinst du?“
Während sich Xorin die junge Frau ansieht, spricht er nebenbei mit seinem
Untergebenen.
„Wohin du so schnell willst, will ich wissen?“
Knurrend stellt sich Morg aufrecht hin, er möchte unbedingt Größe zeigen.
„Gvis kommt bestimmt um die Kleine zu holen!“
„Und jetzt?“
„Ich will ihn abpassen!“


Der Ridi Lord streichelt der lieblichen Sirisarin
über die Schulter.
„Aber Morg, kannst du nicht warten, die müssen einen bewaldeten Hang hinauf
gehen, und zudem noch die Burg erstürmen. Bis die mal hier sind, das geht noch
lange Zeit, und in Taldaa sind wir einigermaßen sicher. Schließlich hat dein
Gvis meine Burg noch nicht erobern können, na gut, sie ist halb zerstört, und
man kann kaum mehr wohnen darin, aber wenn das Reich erst mal in meinen Händen
ist, brauchen wir uns nicht mehr darum zu kümmern!“
Der Barbar fängt an zu zittern, er hat schon lange keinen mehr getötet, Greiffen
kennt Morg nur zu gut, mitleidig blickt dieser nämlich Kopf schüttelnd zur
Decke.
„Er hat recht Morg, wir müssen warten!“
Doch Morg kann nicht warten, entweder will er zerstückeln oder seine Lust an der
Frau ablassen, so wie es sich Gvis Ses dachte.
„Nein, nein, nein, nein, ich will jetzt angreifen, ich will töten, ich will
zerstückeln! Ich schmecke schon das Blut, das bringt mich in Wallungen, lass sie
mich töten, oder ich drehe durch! Ich musste mich bei der Hure schon
beherrschen, verlange nicht zu viel von mir, lass mich Gvis töten! Er muss
sterben, ich will sein Herz schlagen sehen, töten, ich brauche...gib mir die
Hure oder Gvis!“
Der Lord weiß, das Morg kaum mehr zu kontrollieren ist, auch wenn es taktisch
unklug ist, lässt er ihn ziehen. Würde er ihn nicht gehen lassen, würde er
wahrscheinlich die eigenen Reihen niedermetzeln!
„Na gut, geh, aber ich will den Sieg! Gvis Ses darf nicht nach Taldaa gelangen,
pass sie an der flachen Wiese, am Waldesrand ab!“
„Ja, ja, ich pass sie ab, sie werden sterben, ich werde Blut trinken, endlich,
meine Axt hat schon lange keinen Arm mehr abgeschlagen. Dann kann ich endlich
wieder Arm am Speis braten und essen, ich muss töten – komm Greiffen lass uns
töten.“
Noch immer ist Greiffen gelangweilt, er begreift nicht, wie einer so in Rasche
geraten kann.
„Ist ja schon gut Morg, wir werden töten, aber den Spieß kannst du alleine
essen!“
Morg blickt zum Lord und Sirisarin, seine Gelüste steigen, er beginnt sich zu
fragen, ob er vor dem Kampf nicht doch eine Frau besteigen will. Die Gier seine
Lust zu befriedigen und alles zu zerstören wächst ins Unendliche. Warum soll
immer der Lord alles bekommen, Morg ist im Kampf viel mächtiger als er! Des
Barbaren Gedanken kreisen um Sirisarin, vor der Schlacht will er sie haben...
Die Maske an der Wand, die hinter dem Lord befestigt ist, verändert wieder
einmal ihre Grösse, denn sie ist wie die Mauern der Burg wandelbar! Die
Maske nimmt die Stimmung im Saal wahr, in den Mauern der Burg hingegen wandeln
die Seelen der von den Ridi ermordeten Opfer!


Greiffen muss den Barbaren förmlich aus dem Raum schleifen, wenn Morg von der Gier übermannt wird, kann ihn kaum noch jemand halten!


Greiffen hat zwar Mühe Morg hinauszubringen, doch dafür ist nun Di Xorin mit seinem neuen Spielzeug alleine! Die Schönheit der Frau betört ihn, er kann kaum davon lassen sie zu berühren und zu streicheln, am liebsten würde er sie nehmen, doch auch er hat Angst vor Imarin. Würde der Lord Sirisarin missbrauchen, würde sich die Hexe mit ihrer gesamten Wut auf ihn konzentrieren!


Völlig außer Rand und Band, kann es Morg gar nicht
mehr erwarten seine Blutgier zu stillen, sofort ruft er alle Männer zusammen.
Mit Greiffen an der Seite, geht Morg an der Spitze seiner Krieger der Ridi über
die provisorische Brücke. Die Alte Brücke aus Stein viel in sich zusammen, darum
mussten Handwerker eine aus Holz und Eisen zimmern, sie ist zwar nicht
verteidigungsbar aber zur Not genügt sie.
Die halbe Burg liegt in Trümmern, viel zu verteidigen gibt es da nicht mehr!




Die Häscher von Lord Di Xorin müssen durch den Wald
nach unten laufen, immer wieder stürzt einer der Krieger, denn der Hang ist sehr
steil. Des Vaters Lord wollte damals keinen regulären Weg anbauen, sonst hätten
seine Feinde bessere Chancen die Burg zu erobern, wie konnte er ahnen, das sein
Sohn sein Verhängnis sein wird?
Bis jetzt konnte sich die Burg halten, nicht zuletzt, weil es keinen richtigen
Weg gibt, Gvis Männer, mussten immer den Hang hinaufgehen, dabei verlor der
Dripakke viele Freunde.


Desto weiter sie nach unten gehen, desto mehr Nebel
kommt auf, dickflüssig liegt der Nebel über dem Land. Durch den Nebel ist die
Sicht in einer unheimlichen Art eingeschränkt, für keinen der Krieger ist das
ein gutes Omen. Alle, ob Gut oder Böse, bekommen Angst, sie wissen nicht wie
groß das gegenüberliegende Heer ist, es könnten ja mehr sein, als sie selbst!
Auf der kleinen ebenen Wiese am Waldesrand treffen sich die beiden Heere, Morg
und Greiffen stellen sich mit den irrigen am Waldesrand auf, Gvis Ses lässt
seine Männer auf der Wiese genau gegenüber dem Feind aufstellen.
Alle Beteiligten glauben wenigstens sie sind so aufgestellt, da die Sicht, durch
den Nebel, immer schlechter wird, kann keiner genau sagen wo wer steht!


Lachend will Morg das Feuer eröffnen lassen.
„Die Bogenschützen sollen sie in Grund und Boden schießen!“
Fragend sieht sich Greiffen um.
„Woher hast du Bogenschützen? Nicht nur das wir keine Bögen oder Armbrüste mehr
haben, uns fehlen auch die Männer dazu! Wie denen da drüben, die haben auch
nichts mehr, durch den Krieg haben wir alles aufgebraucht und ohne Finanzen geht
nichts mehr!“
Wütend hält Morg seine Axt weit in die Luft, dabei schreit er sich die Lunge
heißer.
„Wie soll man einen grausamen Krieg führen, ohne richtige Waffen? Kann man denn
nicht mal mehr gemein sein? Ich hasse das! Na gut, dann bringen wir sie Mann
gegen Mann um, dafür werde ich sie um so mehr leiden lassen!“

Greiffen hält sich gähnend die Hand vor den Mund.
„Wir hätten von Anfang an gleich richtig vernichten sollen, so wie ich es
vorschlug, doch Xorin will ja Imperator spielen! Der feine Herr Lord will ein
intaktes Land regieren, keine Wüste! Bla bla bla, für das haben wir fast alle
zwei Tage eine große Schlacht geführt und das -- ich weiß nicht mehr wie viele
Jahre lang!“
Für lange Debatten hat Morg nichts übrig, er hört Greiffen gar nicht erst zu.
„Halt die Schnauze, ich will nur kämpfen, ich brauche Blut sonst drehe ich
durch!“



Grimmig rufen sich die Krieger gegenseitig allerlei
Schändliches zu, bis es Morg nicht mehr aushält, er muss gegen die Feinde
anstürmen, sein Blut befiehlt es ihm.
Zu Anfang wollte Greiffen einen Hinterhalt aufbauen, doch so etwas wie ein
Hinterhalt geht Morg zu lange, er will jetzt töten, verstückeln und quälen!
Wild und unbarmherzig stürmt Morg nach vorne, mit langsameren Schritten folgt
Greiffen, direkt hinter den zwei Kriegern sind die unbarmherzigen Söldner vom
Lord.

Gvis Ses zieht sein Schwert, das er auf dem Rücken
trägt, und hält es nach vorne, er lässt die Feinde angreifen, denn wer angreift
muss immer eine Bastion überwinden und das kosten mehr Kraft, als ver-teidigen!
Neben Gvis Ses hat sich der Hüne Maruk aufgestellt, er ist ein langjähriger
Freund von Gvis. Der Hüne ist ebenfalls ein Dripakke, mit seinem schweren
doppelten Dreizack dient er Gvis schon seit zehn Jahren, die beiden sind schon
mehr als nur gute Freunde, sie sind durch die langen Kämpfe fast schon Brüder!
Hinter den beiden stehen noch Pulldak ein Maldaaner mit seiner Pike, dann noch
Miskar, die zierliche Sillpena, Einoss, die Amazone Taldra und wie sie alle
heißen mögen.




Auch die angreifenden Feinde von Gvis Ses haben
mächtige, aber leider dunkle Krieger im Gefolge, da wären Dark Ses, der Bruder
von Gvis! Wie viele Dripakken benützt auch Dark ein zweihändiges Breitschwert.
Oder Ruhl der Feuerkrieger, er ist zwar kleiner wie andere, doch sein Schwert
glüht durch seine geistige Magie, oder Pias el Smor mit seinen zwei kleinen
schwarzen Äxten ist er manch anderen Gegnern hochhaus überlegen. Zu erwähnen
wäre auch Rrark ein großer Krieger, mit einem langen schwarzen Mantel, der sein
Schwert in so mancher Schlacht geführt hat, seine grauen Haare bezeugen das!
So viele wären zu erwähnen, so viele ziehen für den Lord in den Krieg, nur den
schnöden Mammons wegen, wie auch Hehos, Zaldur, Vidars, Elkory, man könnte noch
etliche erwähnen, alle sind sie die besten Krieger dieser Epoche, denn bis jetzt
haben sie überlebt. Überleben nach Hunderten, wenn nicht Tausenden von
Schlachten, braucht sehr viel Geschick und Können, das haben nur die Besten der
Besten!
Doch auch der Beste steht irgendwann einmal vor den Toren der Schattenwelt, denn
nun stehen sich die Reste der beiden Heere im Kampf gegenüber.


Morg hat seine Feinde schon fast erreicht, keiner
von den Helden und auch keiner der Bösen wird nervös, ihnen ist der Tod
gleichgültig geworden, wenn man den Tod jeden Tag sieht, wird jeder abgestumpft!
Durch den Nebel hat sich die Formation beider Heere auseinandergeweitet, Gvis
kann seine Krieger noch irgendwie zusammenhalten, da sie sich nicht bewegen,
aber Morgs Männer haben schon einen beträchtlichen Abstand zueinander gewonnen!






Die Konturen der Angreifer werden immer deutlicher,
schreiend greifen die Ridi Männer an, schreiend halten die imperialen Krieger
die Stellung, da klirrt das erste Metall! Die Schlacht beginnt ihren tödlichen
Verlauf!
Schon beim ersten Kontakt grollen einige Männer schmerzverzehrt
auf, bereits liegen Dutzende erschlagen auf dem Boden, und es kommen immer mehr
dazu, es scheint als sei diese Schlacht noch blutiger, als alle anderen zuvor.


Denn viele Schlachten können beide Seiten nicht
mehr schlagen, diese Krieger in dieser Schlacht, sind die letzten die der Lord
und der Imperator unter sich haben!
Danach muss die Entscheidung gefallen sein, sonst wird es für den einten oder
anderen eng.











Die Schlacht entwickelt sich zu einem heillosen
Durcheinander, überall wird verbissen gekämpft, wenn die einzelnen Krieger nicht
aufpassen, kämpfen sie sogar gegen einen der ihren, da der Nebel sie vollends
verwirrt. Was vielleicht noch schlimmer ist, die Männer haben kaum mehr
Rüstungen, durch die andauernden Schlachten, sind sämtliche Rüstungsgegenstände
verschließen, nun müssen die Männer in ihrem Westen, Hemden und was sie sonst
noch tragen kämpfen!
Also, erkennt der einzelne Krieger seine Freunde nicht an einer Uniform, denn so
was wie einheitliche Krieger Kleidung gibt es nicht mehr, der Krieg hat alles
vernichtet...


Gvis Ses schlägt kraftvoll mit seinem langen
Breitschwert um sich, nichts kann sein Schwert halten, viele tapfere Krieger
erleiden den Tod durch die Klinge Gvis.
Die rechte Hand des Imperator’s, Gvis Ses, ist aber bedacht, nicht zu nah an
seinen Bruder heran zu treten, denn er weiß nicht ob er ihn besiegen möchte,
schließlich ist Dark Ses sein Bruder, auch wenn er vom wahrhaftigen Weg
abgekommen ist!
Hinter dem Dripakken Gvis Ses steht meistens Maruk der Hüne, mit seinem
doppelten Dreizackspeer hält er dem Dripakken den Rücken frei.


Morg schreit und brüllt um sich, er schwingt seine
überdimensionale Axt wütend umher, mehrmals zer-schneidet er einen Menschen in
zwei Teile!
Anders hingegen Greiffen, tänzelnd kämpft er mit seinen zwei kleinen Schwertern.













Die Toten häufen sich, das rote Lebensellexier
fließt durch viele Ritzen tief in den Boden ein und färbt in rot, nichts kann
die Krieger aufhalten bis zum letzten Mann zu kämpfen.
Die Truppen des Lords sind den imperialen Streitkräften bei weitem überlegen,
zwar nicht in der Kampfkraft, sondern in der Überzahl, die Krieger um Gvis Ses
können noch so viele erschlagen, immer wieder stehen zwei weitere vor ihnen!
Die Schlacht ist bitter, von weitem hören die Wesen der Welt die vielen Schreie
und Schmerzensrufe, keine der Parteien will nachgeben, jeder der Krieger hofft
auf den Sieg und vor allem auf sein eigenes Überleben!














Wie ein wildes Tier schlägt Morg seine Axt um sich,
es scheint kein sterbliches Wesen könnte den kleinen Barbar aufhalten. Taldra
versucht es trotzdem, sie geht von der Seite an den Barbaren heran, doch dieser
hat die hübsche Amazone bereits bemerkt! Laut lachend wendet Morg seine Axt,
dabei bückt er sich und schlitzt der imperialen Kriegerin den Bauch auf.
Getroffen von der Wucht der Axt fällt Taldra sofort um, sie versucht noch einmal
aufzustehen, indem sie sich seitlich hinlegt und sich so abstützen kann.
Aber das lässt Morg nie und nimmer zu, er schlägt der armen Taldra sogleich den
Kopf vom Rumpfe!






Einoss hat sich Greiffen als Gegner ausgesucht, wie
einer Symphonie gleich schwingt Greiffen seine kleinen Schwerter um seinen
ganzen Körper herum. Der Schnelligkeit von Xorin’s Häscher kann Einoss kaum
folgen, eingeschüchtert geht der imperiale Krieger zwei Schritte zurück, wie ein
kleines Kind versucht er sein langes Schwert zwischen die zwei kleinen Schwerter
zu bringen. Darauf hat Greiffen gewartet, kaltherzig fängt er das große Schwert
mit seinen kleinen zweien auf, gleichzeitig macht er zwei Schritt nach vorne und
rammt dem Feind sein Knie in den Unterleib.
Sofort bleibt dem grossen Einoss die Luft weg, der Schmerz lässt ihn alles
vergessen, so auch sein Schwert zu halten, doch es ist zu spät, Greiffen’s
Schwerter flutschen bereits zwischen den Rippen hindurch in seinen Körper. Der
Tod kommt manchmal sehr schnell, so auch bei Einoss, der nun leblos vor Greiffen
liegt, Greiffen lässt es sich nicht nehmen und triumphiert drauflos.
„Ja, ja ja, ich bin der Beste, wer will noch von meinem kalten nackten Stahl
kosten?“
Dabei hält er seine zwei Schwerter weit in die Luft.
Die imperialen Helden erschlagen einen nach dem anderen, doch der bösen Brut
sind einfach zu viele, sie sind so viele, dass sie die Helden einkreisen können.
Zumindest glauben die Helden sie sind eingekreist, denn die Sicht ist bei weiten
noch schlechter geworden!












Gvis Ses muss mit ansehen wie Dark die zierliche
Sillpena erschlägt, wie kann es nur sein? Sein eigener Bruder erschlägt seine
Kollegin und Kriegerkumpanin!
Wütend schlägt Gvis seinen augenblicklichen Gegner
nieder, denn er will mit Dark abrechnen, doch bevor er zu seinem Bruder
gelangen kann, sind schon zwei weitere Gegner bei Gvis Ses.
Die einzigen, die sich an der Schlachterei freuen, sind die Knack Echsen, auf
diesem Schlachtfeld sind die kleineren ihrer Gattung am fressen, sie sind braun,
statt schwarz und nicht so gross. Dennoch fressen sie die Toten Krieger sofort
auf, meistens bleibt nur das Skelett übrig. Die Knack Echsen haben sich seit den
vielen Schlachten enorm vermehrt, vor allem die kleinen braunen!








Ein Held nach dem anderen stirbt, so auch Miskar
der in die Klinge vom klugen, älteren Redrukaneher Rrark läuft.
Nichts ist so wie es sich Gvis vorgestellt hatte, es scheint der Nebel verdecke
die wahrhafte Anzahl seiner übriggebliebenen Krieger, es dürften nur noch zwei
sein! Die Ridi Sekte hingegen hat noch fast das vierfache an Männern die kämpfen
können!
Vielfach werden die Ridi Krieger nur bewusstlos geschlagen, kaum erwacht kämpfen
sie schon wieder weiter.









Da erblickt Morg seinen ärgsten Feind Gvis, rasch
rennt der Barbar, mit hoch gehaltener Axt, zum Helden. Natürlich nimmt Gvis die
Herausforderung an, Blitze funken als das Schwert von Gvis auf die große Axt von
Morg trifft!
Die langen Haare von Gvis wehen zu allen Seiten, wenn er zu einem seiner
wuchtigen Schläge ausholt, die Kraft die der Held noch mobilisieren kann ist
unglaublich, als wäre er zum Ungeheuer mutiert. Dem kann selbst Morg nichts
entgegenbringen, bei jedem Schwertschlag auf seine Axt, wird Morg ein wenig
zurückgeworfen.
„Du imperialer Hund, meinst du, du könntest mich, den großen Morg besiegen?“
„Du hast wirklich eine große Axt!“
Viel mehr will Gvis nicht sagen, denn er wähnt sich schon siegessicher!
Kraftlos lässt Morg seine Axt immer mehr hängen, nun weiß auch der Barbar was es
geschlagen hat! Listig greift Morg in seine Hosentasche, er will um jeden Preis
gewinnen, auch mit fiesen und hinterhältigen Tricks.
Aus der Hosentasche holt Morg eine Handvoll Blendpulver hervor, dieses wirft er
direkt auf Gvis Gesicht, sogleich ist der Held geblendet, kein Licht kann der
Dripakke mehr sehen, selbst der Nebel ist jetzt tief schwarz.


„Jaaa, auch du wirst ein Opfer meiner Axt, Morg hat
noch jeden besiegt!“
Der Barbar will noch ein wenig mit dem Helden spielen, und so schlägt er ihm
zuerst den Griff seiner Axt in den Leib. Arg getroffen fällt Gvis nach vorne auf
die Knie, er kann sich gerade noch an seinem Schwert ein wenig aufrecht halten.




Nun will es Morg beenden, er schwingt seine Axt um
sich selbst herum, doch da hat er nicht mit Maruk gerechnet, denn dieser hat
seine eigene Gegnerin endlich erledigt, er konnte sie zwar nicht töten, denn er
muss nun seinem langjährigen Freund zu Hilfe eilen, sonst verliert der Hüne
seinen Kameraden.
Bevor Morgs Axt trifft kann Maruk seinen Dreizack dazwischen stemmen. Selbst der
Hüne braucht sehr viel Kraft um die mächtige Axt aufzuhalten, er kann seinen
Dreizack kaum oben halten. Das macht den Barbaren noch wütender, er will den
Dripakken töten, koste es was es wolle!
Der Hüne hingegen will seinen Freund retten und vergisst dabei richtig zu
kämpfen, das lässt Morg die Chance seine Axt abzudrehen und auch Maruk den Stil
in den Bauch zu rammen!
Gleichzeitig schlägt Morg noch seinen Fuß in Maruks Gesicht, der kleine Barbar
hat Mühe seinen Fuß überhaupt in diese Höhe zu bringen.



Wie weit ist es mit den Helden gekommen, beide Gvis
Ses und sein Freund Maruk knien schmerzverzehrt vor dem Barbaren Morg, dieser
will beiden das Leben nehmen mit nur einem Axthieb. So weit er kann holt Morg
aus, er will nicht mehr spielen oder sonstige Faxen machen, er will nur noch
töten und Blut sehen.
Um den Barbaren herum liegen die Leichen der vielen Toten, das macht Morg noch
mehr an, er will und muss töten, es liegt ihm im Blut, wie den Knack Echsen das
Aas fressen. Sofort, wenn ein Krieger in die Schattenwelt übertritt, werfen sich
die Echsen über ihn und fressen alles bis auf die Knochen auf! Manchmal bleiben
ein paar Blutflecken übrig, aber das wars dann schon. Durch die vielen
Schlachten haben sich die Aas fressenden Echsen überdurchschnittlich vermehrt,
das freut wiederrum die Itkamps Cust Allas, die sich ab und zu von den Echsen
und den toten Kriegern ernähren...
Wiederum kommt etwas dem Barbaren zwischen seine Mordsgelüste, engelsgleich
tritt eine wunderschöne Frau zwischen die Krieger!



Ihr flaches kurzes Schwert hält die tödliche Axt
auf, fordernd blickt die fremde Frau den Barbaren an, wie in Trance meint Morg
noch mehr feindliche Truppen sind gekommen.
„Nein, nicht so kurz vor dem Sieg, woher hat der Imperator noch Truppen, ihr
sollt alle in der Schattenwelt schmoren!“














Wie von Sinnen rennt Morg Richtung Wald.
„Zurück, alle zurück, noch mehr Truppen sind gekommen, sonst sind wir verloren,
wir müssen zurück nach Taldaa!“
Sofort gehorchen die Krieger den Worten von Morg, keiner der Krieger kann zwar
Truppen entdecken, doch niemand will dem Barbaren widersprechen, es wäre sonst
ihr Tod!
So schnell wie sie können fliehen die Ridi Krieger hinauf, durch den Wald, zur
Burg Taldaa, keiner blickt zurück, sie könnten auch nichts erkennen, der Nebel
ist zu dickflüssig! Selbst die Bewusstlosen Ridi erwachen ab dem Geschrei,
geschwächt stehen sie auf und rennen zum Wald. Ruhl lässt das Feuer seines
Schwertes vergehen, nur durch Gedankenkraft kann der Feuerkrieger sein Schwert
zu einem brennenden Ungeheuer machen!



Gvis Augen sind immer noch geblendet, er kann
überhaupt nichts sehen, nicht wie Maruk der die ganze Schönheit der blonden Frau
sieht. Die Frau betrachtet den Krieger Gvis Ses kurz, dann fährt sie mit ihrer
Hand über seine Augen.
Das Brennen in den Augen von Gvis ist weg, er macht die Lider auf und wahrlich
er kann wieder sehen, er blickt zur Schönheit und ist wiederum fast geblendet
von ihrem Anblick.
„Wer bist du strahlendes Licht von einer Schönheit?“
Die Frau lächelt verlegen.
„Ich heiße Pirinari, ich habe von meiner Mutter gehört was geschehen ist.“
„Von deiner Mutter?“
Gvis will nicht ganz verstehen, warum sollte ihre Mutter ihr davon berichten,
noch besser, wer ist ihre Mutter?
„Imarin die Hexe ist meine Mutter und Sirisarin meine Schwester, ich wollte
sicher gehen, das meine Schwester wohlbehalten befreit wird. Doch als ich hier
ankam, ward ihr gerade am verlieren!“
Nun ist Gvis ein wenig verlegen, er kratzt sich seine langen braunen Haare
zurecht.
„Nun man kann nicht immer gewinnen – übrigens warum ist Morg davon gerannt, hast
du etwas damit zu tun?“
Sie nickt.
„Ich habe nicht soviel Magie wie meine Mutter, dennoch habe ich ein paar Tricks
auf Lager. Ich kann Suggestionen vermitteln, Morg habe ich in die Illusion
versetzt, neue Truppen brächten Entsatz!“


„Zum Glück kamst du gerade rechtzeitig, ich bin dir
äußerst dankbar. Mein Name ist Gvis Ses...“
Er hält ihr den rechten Arm hin, sie ergreift ihn am Unterarm, nun greift Gvis
auch mit der linken an ihren Unterarm, sie macht es ebenfalls mit dem seinigen.
Sie können kaum aufhören die Arme zu schütteln, doch Maruk holt sie aus der
Versenkung heraus.
„Wir müssen sie verfolgen, jetzt sind sie noch geschwächt, nachher haben sie
sich gesammelt, dann haben wir keine Chance mehr!“
Der Krieger des Imperators Gvis Ses läuft ein wenig rot an, denn er weiß, dass
Maruk recht hat.
Traurig blickt der Dripakke Ses zu den Gefallenen hin, so gerne möchte er sie
ehren! Sie waren die Besten, fortan aber wandern sie über die Schattenwelt!
Es bleibt keine andere Wahl, die Toten müssen liegen bleiben, die Verfolgung des
Bösen ist weit wichtiger, als die Ehrung der Toten!


Rasch wollen die drei verbliebenen Krieger des
Imperator die Verfolgung aufnehmen, da bemerken sie, dass Pirinari ihnen folgt.
Das ist Gvis ganz und gar nicht recht, er will sie stoppen.
„Du kannst nicht mitkommen, wir sind in der Minderzahl, es bestehen kaum
Möglichkeiten zum Gewinnen!“
Doch eine Frau wie Pirinari kann keiner abhalten.
„Vergiss nicht du stolzer Krieger, es ist meine Schwester und wer hat euch
vorhin gerettet? Und vor allem ihr seid nur noch drei, mit mir seid ihr vier!“
Die Männer sehen sich kurz an, sie nicken sich zu, guten Argumenten ist Gvis
immer aufgeschlossen.
„Na gut, komm mit, wenn dir aber etwas passiert, hoffe ich, das Imarin uns
verzeiht! Mögen die Drachen
mit uns sein!“








Nun ist es entschieden, Pirinari ist mit von der
Partie, Maruk und Pulldak begrüßen die neue Kriegerin kurz als ihres Gleichen,
auch die beiden wiederholen den Spruch von Gvis, ebenso Pirinari; Mögen die
Drachen mit uns sein!
Gemeinsam jagen die Helden den bewaldeten Hang hinauf, auf der Jagd nach dem
Bösen und um Sirisarin zu befreien!
Mühsam müssen die vier den steilen Hang hinauf-klettern. Mit den Waffen, die sie
gelegentlich in den Boden stecken, um besseren Halt zu bekommen, geht der
Aufstieg schon ein wenig besser. Noch ein weiterer Rückschlag müssen die Helden
hinnehmen, in der Höhe verschwindet der Nebel, der Feind erkennt nun wie viele
sie wirklich sind!

Endlich nach vielen schweren Schritten sind die
Helden des Rechts oben angekommen, nun liegt die Burg Taldaa in ihrem einstigen
Glanz vor ihnen.
Gvis war schon einmal hier, damals vor einem Jahr versuchte er auch die Burg zu
nehmen, doch er musste wieder abziehen, der Lord hatte zu viele Truppen.
Aber immerhin wurde die Hälfte der Burg samt Wehr zerstört, bereits wächst Gras
über die Reste der Burg.
Ein Tor existiert nicht mehr, die Ziehbrücke verbrannte, nur ein provisorischer
Weg aus Holz und Metall lässt einen über den Burggraben gelangen. Selbst die
Türme von Taldaa liegen im Schutt begraben, fast nichts ist heil geblieben.
Trotzdem verändern die Mauern nach wie vor stetig ihr Aussehen!



Angespannt blicken die Helden zur Brücke, auf ihr
stehen fünf Krieger des Bösen, da kein Tor mehr vorhanden ist, müssen die
Krieger die Feinde abhalten, in das innere der Burg zu gelangen, so wollte es
Morg. Die fünf Krieger des Bösen meinen, eine grosse Armee des Imperators sei
auf den Weg zur Burg, das sagte zumindest Morg. Also schickt Morg seine Krieger
in den wahrhaftigen Heldentod!
Gvis Ses hält sein Schwert nach oben.
„Mögen die Drachen mit uns sein!“
Nun stürmt er wild auf die Brücke zu, seine Gefolgsleute machen es ihm nach.
Wie eine Welle wiegen die Helden zur Brücke, sie sind fest entschlossen die fünf
Ridi Krieger zu zerbrechen.
Die Krieger des Bösen stehen geschlossen auf der Brücke, ihre Angst wiegt groß,
denn sie wissen nicht das vor ihnen die einzigen Angreifer sind.
Noch immer vermuten sie in den Büschen viele weitere Krieger des Imperators.

Die Angst ist der gefährlichste Feind der Ridi Krieger, sie wollen eigentlich nicht mehr kämpfen, die letzte Schlacht auf der Wiese reicht ihnen für heute. Dennoch hat sie Morg dort aufgestellt, während er seinem Lord Bericht erstattet.








Gvis sieht den Schrecken in den Augen seiner
Todfeinde, nun gibt es kein Halten mehr, das Gefecht beginnt, sogleich stürzt
sich der Dripakke auf zwei Krieger des Bösen und stößt sie nach hinten!
Die anderen Helden übernehmen die restlichen Bösen. Noch immer hat Gvis das Bild
des Grauen vor sich, wie seine Männer blutend auf der Wiese liegen, Rache ist
ein böses Gefühl, dennoch will er sie kosten. Mit einem Tritt in den Magen
schlägt Gvis, die erste Kriegerin ein wenig von sich weg, das lässt ihm Zeit,
den zweiten mit Namen Hehos, dessen krumme Nase fast schon zu ihm herübersteht,
kurzerhand zu erschlagen!
Doch die zweite Feindin erholt sich rasch und greift sofort Gvis wieder an. Sie
sieht zwar sehr zerbrechlich aus, doch sie ist Flink wie ein Wiesel.
Der Kampfgeist der bösen Ridi ist fast gebrochen, sie sehen ihre toten Kameraden
auf der Brücke liegen, am liebsten würden sie fliehen, doch sie können nicht.



Gvis hat das Schlachten satt, er will zum Ende kommen, kräftig schlägt er das Schwert seiner Feindin nach oben, nun dreht sich Gvis blitzschnell um die eigene Achse und geht in die Knie, aus dieser Position stößt er nach vorne und ersticht, auf der Brücke, seine zweite Feindin. Nun rennt Gvis über die Brücke, denn oberhalb der Brücke, auf der Treppe macht er einen weiteren Feind aus, Vidars!




Währenddem stößt Pulldak einen entsetzlichen Schrei aus, das Schwert von Elkory hat ihn durchbohrt, erstarrt sinkt Pulldak zusammen und bleibt tot auf der Brücke liegen. Ein weiterer Held wandert nun in die Schattenwelt hinein, wo kann das nur enden?







Schon will Elkory die wunderschöne Frau angreifen, doch Maruk hat ihn in den Augenwinkeln gesehen, rasch tötet er seinen Feind, nun kommt er von hinten und stößt den unteren Teil seines doppelten Dreizacks in die Richtung von Elkory. Die Wucht des schweren Dreizacks lässt ihn nach hinten fallen, seine Waffen fallen zu Boden, in seiner Not zückt Elkory seinen kleinen Morgenstern.


Noch bevor Elkory und Maruk zum Zweiten die Waffen kreuzen, kommt schon Vidars von der Treppe hinab gestürmt, Gvis springt auf die Treppe und rennt dem weiteren Feind auf den Stufen entgegen.



Maruk und Pirinari töten ihre Gegner fast gleichzeitig. Die scharfen Klingen des Dreizacks lässt niemanden Leben, Maruk stösst ein paar Mal zu, sofort bricht Elkory zusammen, er fällt direkt auf den armen Pulldak. Pirinari hingegen schlitzt ihren Gegner einfach den Bauch auf. Beide Ridi’s sind sogleich tot, und der Tod ist für die Körper der Wesen die Ewigkeit!




Auf der Treppe kämpfen immer noch Vidars und Gvis
Ses, wobei Vidars in der besseren Position von oben herab kämpfen kann. Von
solchen Kleinigkeiten lässt sich Gvis nicht beeindrucken, mit voller Wucht
driftet der Dripakke nach oben und versenkt sein Schwert tief in den Magen des
Feindes. Jetzt macht Gvis noch ein, zwei Schritte nach oben, dabei drückt er
immer noch sein Schwert hinauf. Durch das Drücken wird der Feind nach oben auf
die Treppe gedrückt, wo er auch tot liegen bleibt.




Die erste Hürde ist überwunden, die Feinde sind niedergestreckt, aufatmend blicken sich die drei verbliebenen Helden an, sie wissen, noch ist der Krieg nicht gewonnen, denn nun müssen die Helden noch Sirisarin finden. Trotzdem feiern sie ein wenig ihren Erfolg, sie halten die Waffen nach oben und lächeln zum ersten Mal wieder.



Über einen Weg der nach unten führt gelangen die Helden des Imperators tief in das innere der Burg, überall herrscht das Chaos, die Burg ist kaum noch als solche zu nennen, alles ist zerstört, nur der innere Kern ist noch einigermaßen heil.











Vor den Helden tauchen plötzlich Pias el Smor und
Zaldur auf, sie kommen von unten heraufgelaufen, sogleich wollen die Ridi
Krieger den Feind aufhalten, doch Gvis und Maruk bilden eine Front die nicht zu
überwinden ist, rasch erschlagen die Helden die Bösen, ohne sich groß
aufzuhalten!
Nach all den Entbehrungen und den vielen toten Freunden gelangen die Helden in
den Raum, wo Sirisarin gefangen ist, aber sie ist nicht alleine dort!


Im Gegenteil, Lord Di Xorin hält Sirisarin fest und
versteckt sich dabei hinter ihr, er hat seinen Arm fest um ihren Hals
geschwungen, so versucht der Lord noch mächtiger zu wirken. Nicht nur die zwei
sind in diesem Raum, sämtliche verbliebene Krieger der Ridi starren die Helden
zähnefletschend an.
Morg, Greiffen, Dark Ses, Ruhl der Feuerkrieger, und auch Rrark sehen nicht zum
Spaßen aus, sie wollen die Helden tot sehen, auch für sie geht der Spuk des
Kampfes entschieden zu lange, die Entscheidung muss endlich her!
Düster scheint Licht von den Wänden der Ridi Burg, einst hat ein Ridi Magier die
Wände verhext, seit damals braucht es keine Fackeln mehr in der Burg, denn die
Wände geben nun von sich aus ein dämonisches Licht ab.







Doch dieses magische Licht macht was es will, es
scheint einmal heller, ein anderes Mal dünkler, denn wisse, die dunkle Macht hat
niemand wirklich im Griff!!
Ruhl wagt sich als erster zu weit vor, ohne zu zögern, ein Zögern kann sich Gvis
nicht erlauben, ersticht ihn der Dripakke für Ruhl überraschend. Das Feuer von
Ruhls Schwert erlischt, denn sein Geist ist nun nicht mehr, tot bleibt er vor
den Füssen der Helden liegen.
Das gefällt den Ridi Kriegern ganz und gar nicht, fluchend fuchteln sie mit
ihren Waffen herum.


Da erblickt Gvis seinen Bruder Dark.
„Bruder es ist noch nicht zu spät, komm auf den Weg des Wahrhaftigen zurück,
denk an die Ehre und an unsere Eltern.“
Verunsichert senkt Dark Ses seine Waffe ein wenig.
„Ich...ich weiß nicht, mein Weg ist seit Jahren dunkel, und unsere Eltern haben
mich noch nie akzeptiert!“


Der Lord sieht seine Macht gefährdet, immer mehr
seiner Männer sind entweder tot, oder sie weichen von seiner Seite.
„Morg mach ein Ende!“
Der finstere Lord der Ridi Sekte denkt, nur Morg könne dem noch eine Ende
bereiten.







Darauf hat der Barbar nur gewartet, er stößt nach vorne auf Maruk zu, doch der wehrt ihn mit einem Schlag von seinem Dreizack ab, so dass Morg nach hinten geworfen wird und auf dem Rücken liegen bleibt.


Erschrocken, das sein blutrünstigster Krieger am
Boden liegt, zuckt Lord Di Xorin zusammen. Sofort nimmt er sein Messer heraus
und bedroht damit Sirisarin.
Hinter dem Lord thront das Wandzeichen der Burg, es riecht den Tod förmlich, war
es fast zur Gänze geschrumpft, so nimmt es nun wieder Grösse war. Denn der Tod
lässt es immer wieder grösser werden, oh ihr Wesen, wisset, in der Ridi Burg ist
so ziemlich alles verhext! Nichts ist, was es zu scheinen gedenkt.





Durch den Schock gleitet des Lords Messer am Hals
der jungen Frau entlang. Ein tiefer Schnitt lässt sogleich das Blut aus dem Hals
von Sirisarin herausspritzen, nochmals erschrickt der Lord, er wollte sie noch
nicht töten, doch nun ist es passiert, er weicht ein wenig zurück, und doch will
er sie halten.
Sirisarin versucht verzweifelt die Hand des Lords zu stoppen, doch er lässt sich
nicht aufhalten. Der Schnitt erfolgt so rasch, dass sie nicht einmal die Hände
an ihren entzückenden Hals halten kann, sie spürt, der Schnitt ist zu tief,
keiner kann das Leben spendende Blut mehr gerinnen lassen! Vor ihren Augen wird
es schwarz, benebelt sinkt sie zu Boden auf die Knie, der Lord hingegen blickt
verstört sein blutendes Messer an.
Kraftlos sinkt Sirisarin endgültig auf den Boden, nach ein paar mal Zucken ist
sie nicht mehr! Wieder ist eine Schönheit des Bösen Willens wegen getötet
worden.
Gespenstisch saugt das Licht der verhexten Wände die Seele der ermordeten auf,
keiner kann der Burg entkommen.

Gellend schreit Pirinari auf.
„Siri, Schwester, ihr Hunde, Mörder, ihr sollt sterben!“
Niemals dachte die holde Schöne, dass der Lord seine Untaten mit einer solchen
Abscheulichkeit krönt. Unfassbar, wie kann ein Mann so grausam sein, nichts kann
die junge Schönheit jemals wieder erwecken, nie wird sie die Lippen der Liebe
kosten können. Sirisarins Leben ist zu Ende, und Pirinari muss tatenlos zusehen,
wie Di Xorin der strahlenden Jugend ein Ende bereitet. Fassungslos steht
Pirinari für einen Moment der Stille da, sie sieht sich und ihre Schwester als
kleine Kinder auf Bantas reiten, oder wie sie von Freunden Sulsak Hunde
geschenkt bekommen, mit denen sie tagelang ausrieten. Nie mehr können sie ihre
Mutter gemeinsam ärgern, keiner kann um Sirisarins Hand anhalten. Die ältere
Schwester wird wütend, immer wütender, der Tod der Schwester lässt sie blind
werden.






Außer sich will Pirinari nach vorne stürmen, da hat
sie aber nicht mit dem fiesen Barbaren Morg gerechnet, der sich tot gestellt
hat, aus seinem Gurt zieht das Monster ein Messer und sticht der wunderschönen
Frau in den Bauch.
Mit dem Fuß tritt der Hüne Maruk auf Morgs Gesicht, bewusstlos bleibt der Barbar
liegen.
Aber auch Pirinari fällt nach hinten auf ihr Hinterteil, sie will aufrecht
sitzen bleiben, aber der Schmerz ist zu gross, nur den Kopf vermag sie oben zu
halten, müde starrt auf ihre Wunde am Bauch.






Verwirrt läuft Gvis zu Pirinari, er geht zu ihr in
die Knie und versucht ihr zu helfen, doch er weiß nicht wie, die Wunde ist sehr
groß, und einen Zauberer hat keiner dabei.
Alle Krieger bleiben stumm stehen, keiner kann richtig glauben was geschehen
ist, niemand will wahrhaben, dass wunderschöne Frauen einfach so abgeschlachtet
werden!
Langsam schließt Pirinari ihre Augen und sinkt ganz in den schoss von Gvis, ihr
Lebenssamen wird schwächer, plötzlich taucht ein weißes Licht auf.


Über den Köpfen der Männer erscheint Imarin,
erschrocken blickt sie zu ihren zwei Kindern, sie kann nicht glauben was die
Krieger angerichtet haben!
„Ihr Bestien Sirisarin mein kleiner Goldschatz und Pirirnari meine Perle, wie
konntet ihr nur – Mörder!“
Eine Träne läuft der Mutter über die Backe, sie will wenigstens Pirinari retten,
denn sie ist noch nicht tot, ihr Leben hängt an einem seidenen Faden, nicht mehr
viel und die Schattenwelt ist bereichert mit einer lieblichen Schönheit.
Imarin ist ausser sich vor Wut, ihre Konturen sind in ein hässliches Rot
getaucht, ihr Ärger über die Kriegeslust der Männer nimmt keine Grenzen.

„Mein Fluch soll euch alle treffen, meine Macht ist zwar groß, aber Pirinari kann ich nicht einfach wieder zum Leben erwecken, dafür werdet ihr sorgen, eure Lebensenergie wird sie genesen lassen, und das die nächsten dreihundert Jahre lang. Denn für die Genesung braucht es dreihundert Jahre Zeit, so lautet der Fluch, ihr alle werdet dreihundert Jahre schlafen und damit meiner Tochter das Leben retten, nach der Zeit wacht ihr alle in einer fremden Welt auf. Du Gvis und du Maruk müsst dann meine Tochter beschützen! So habe ich es gesprochen, so wird’s geschehen!“







Augenblicklich schlafen alle Krieger im Raum ein,
ein jeder sinkt zu Boden, keiner wird vom Fluch der Hexe ausgenommen! Die
Lebensenergie der Krieger soll die Frau retten, es geht zwar seine Zeit, aber
sie wird Leben, und das ist für Imarin das wichtigste.
Imarins Hass legt sich ein wenig, der rote Schimmer verwandelt sich zur normalen
Farbe. Im Grunde genommen ist Imarin eine liebe Frau, doch das besorgte Herz
einer Mutter kann manchmal grausam sein!


Noch einmal sieht sich Imarin ihre Tochter Pirinari
an, die Mutter lässt ihren Kopf hängen, sie weiß, sie wird sie nie wieder sehen!
Eines will die Hexe noch machen, das soll nicht der gesamte Fluch gewesen sein,
Hauptschuld trägt nämlich der Imperator, durch seine Dummheit ist der Krieg
überhaupt entstanden!

Imarin erscheint dem Imperator in seinem Thronsaal,
wieder übermannt sie der Hass und ihr rotes Äusseres
erschreckt den Imperator noch mehr! Kilgan sitzt wie üblich auf
seinem Thron, er dachte Gvis wird schon bestehen.
„Imperator deine Männer haben versagt, Sirisarin ist nicht mehr und Pirinari
fast nicht mehr, du weißt was ich dir sagte?“
Ängstlich blickt Kilgan der Schwächliche nach oben, er weiß, wenn seine Männer
versagt haben, sind alle tot, der Imperator ist entgültig alleine!
„Bitte, Imarin, ich habe keine Schuld, Gvis Ses ist Schuld, bestrafe ihn, ich
will nicht sterben!“
Die Hexe kennt nun kein Mitleid mehr, sie will den Schwächlichen für seine
Dekadenz bestrafen.
„Dein Sohn gehört mir Kilgan, er wird der Ersatz für meine Kinder, ich werde ihn
zu einem guten Imperator erziehen, du hingegen bist dem Untergang geweiht, ich
höre schon den Bauernpöbel, den du während all der Jahre geschröpft hast. Sie
werden meine Rache erfüllen...“
Und so erfüllt sich der Fluch, Kilgan wird von den Bauern seines Reiches
erschlagen, Imarin entführt den Sohn, Raldar, des Imperators, sie zieht ihn wie
ihr eigenes Kind auf, durch ihre Erziehung wird er ein mächtiger Imperator der
bekannten Welten.
Leider wird auch die arme Tali, die Frau des Imperators erschlagen, sie kann am
wenigsten für die ganze Misere. Doch die Geschichte aller Welten beweißt, das
die Frauen der Herrscher stets leiden für das Wohl ihres Mannes! Und so geht sie
mit ihrem Mann in das Reich der Schattenwelt...
Dreihundert Jahre wird der Schlaf der Ridi und der Helden dauern, wenn sie
aufwachen wird nichts mehr sein wie es war. Keiner der Freunde wird mehr leben,
niemand wird sich an sie erinnern, das Hab und Gut ist längst verrottet. Das
einzige was sie haben werden ist sich selbst!
Aber ob die Ridi damit zufrieden sein werden, das ist eine andere Geschichte...
Ende
Darsteller und Mitwirkende:


Kilgan der Schwächliche - Markus Echser


Lord Di Xorin - Rolli Türk


Imarin die Hexe - Anna Schneider


Morg der Barbar/Regie Assistent - Claudio Galetti


Greiffen - Cello Esseiva


Sirisarin, Tochter von Imarin - Ellis Gottfried


Pirinari, Tochter von Imarin - Sändi Gottfried


Maruk der Hüne - Michael Bizic


Dark Ses - Andi Bizic


Ruhl der Feuerkrieger - Silvio Galetti


Rrark - Ami Andi


Pulldak - Nico Schenk


Elkory - Marcel Nef


Einoss - Sergio Moranduzzo


Hehos/Page - Leoni Müller


Krieger des Imperators/Ridi Krieger - Daniel Stalder


Krieger der Ridi Sekte - Sven Gschwend


Miskar/Ridi Krieger - Renato Suter


Pias el Smor - Sandro Palmieri


Sillpena/Fotosknipser - Chantal Winzeler


Taldra - Corinne Flückiger


Vidars - Bodo Kaiser


Zaldur - Christian Pohl


Fotoknipser - Oliver Schmid

Fotoknipser - Jennifer Kaiser

Gvis Ses/Drehbuch/Regie - Stefan "Stevie" Daniel Pfund
Mögen die Drachen mit Euch sein!!
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Dragon Fantasy
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